Wiesn-Guide

Tradition, Trends und Termine zum 185. Oktoberfest

Auch Jahrhunderte lange Traditionen bieten immer wieder Neues. Bestes Beispiel dafür ist die Wiesn, die nun schon seit mehr als 200 Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt stattfindet (erstes Oktoberfest 1810). Alles, was neu und interessant ist, aber auch Bewährtes und Events, die man auf keinen Fall verpassen sollte, hier auf einen Blick:

Tradition im Trend – der Marstall

Als Nachfolger des Hippodroms ist dieses Jahr zum dritten Mal das Marstall-Zelt auf der Wiesn vertreten. Die kultige Musikbühne im Stil eines Karussells und die nostalgische Deko, die wie beim Vorgänger Pferdemotive in allen Variationen zeigt, machen das Festzelt zu einem der Hotspots auf dem Oktoberfest. Auch kulinarisch ist für jeden etwas geboten – von traditioneller bayerischer Küche über leckere Bio-Gerichte und Köstlichkeiten für Vegetarier und Veganer bis zu Kinder- und Seniorentellern. Marstall-Wirt Sigi Able und seine (Familien-)Crew verstehen ihr Handwerk...

Winzerer Fähndl mit neuem Gastro-Chef

Im Paulaner-Festzelt Winzerer Fähndl übernimmt der bisherige stellvertretende Küchenchef Tobias Bosch dieses Jahr die gastronomische Leitung. Und er hat erfreuliche Pläne: Unter der Woche soll es täglich wechselnde Mittagsgerichte geben. Außerdem setzt der neue Chef auf regionale Produkte und will mehr Gerichte für Veganer anbieten – etwa einen afrikanischen Süßkartoffeleintopf. Als Gerücht hat sich indes das Gemunkel um einen Wirtewechsel herausgestellt. Peter und Arabella Pongratz bleiben – und holen in diesem Jahr sogar ihre Tochter Ramona als Praktikantin mit ins Boot.

Das kostet jetzt die Mass

Jedes Jahr sorgt er aufs Neue für Gemurmel und Geknurre, vor allem unter den Einheimischen: der Bierpreis auf der Wiesn. Denn er kennt nur eine Richtung – nach oben. In diesem Jahr soll er bis auf 11,50 Euro steigen. In manchen Zelten bekommt man die Mass aber auch noch für 10,70 Euro. Doch was soll’s – Oktoberfest ist nur einmal im Jahr. Das gönnen wir uns...

Papa, darf ich nochmal?

Zwar nicht im Bierzelt, aber in Fahrgeschäften und an Imbissständen gibt es an den beiden Familientagen am Dienstag, 25. September, und Dienstag, 2. Oktober, wieder Preis-Ermäßigungen. Jeweils bis 19 Uhr können die Wiesnbesucher günstig schlemmen und Karussell fahren. Da darf es dann auch einmal eine Runde mehr sein... 

Rasen, fallen, rutschen

Schwindlig werden kann einem auf der Wiesn nicht nur, wenn man zu tief in den Masskrug geschaut hat. Viel schneller passiert das bei so manchem Fahrgeschäft – etwa im Olympia-Looping, der Achterbahn, die ihre Besucher fünfmal auf den Kopf stellt. Eine Portion Mut braucht auch, wer in den Power Tower II einsteigt. Hier ist 70 Meter freier Fall geboten. Nicht ganz so wild geht es auf der 55 Meter langen Münchner Rutsch’n zu.

Gemütlichkeit auf der Oidn Wiesn

Liebhaber der sprichwörtlichen bayerischen Gemütlichkeit kommen auch in diesem Jahr auf der Oidn Wiesn auf dem Südteil der Theresienwiese wieder auf ihre Kosten. Die historische Krinoline und der Kettenflieger Kalb lassen dort ihre Fahrgäste schaukeln, ohne dass ihnen schwindlig wird. Schneidige Burschen können bei der Dicken Berta ihre Muskelkraft unter Beweis stellen. In den Festzelten werden bei zünftiger Volksmusik bayerische Schmankerl serviert. Und alle, die sich für Geschichtliches interessieren, finden im Museumszelt allerlei Wissenswertes.

Oans, zwoa, g’schossn

Wer zum Wiesnende noch einmal echte bayerische Tradition erleben will, sollte am Sonntag, 7. Oktober, um 12 Uhr zur Bavaria kommen: Auf den Stufen zur münchnerischen Version der Freiheitsstatue trifft sich der Bayerische Landesschützenbund zur Siegerehrung des Oktoberfest-Landesschießens und lässt das berühmteste Volksfest der Welt mit einem Böllerschießen ausklingen.

Julia Stark